Die Entstehungsgeschichte des Zwergschnauzers

 

Der Zwergschnauzer ist eine deutsche Rasse, die früher den Namen "Rauhhaariger Pinscher" trug. Die Entwicklung begann um 1800, als schnauzerähnliche Hunde Fuhrwerke begleiteten und häufig in Stallungen anzutreffen waren. Sie bewachten und verteidigten mutig den Besitz ihres Herren; Mäuse und Ratten waren ihnen ein Greuel, das sie mutig und erbarmungslos bekämpften. Eben diese Gewandheit, ihre beständige Wachsamkeit und ihr Mut (ohne unnützen Lärm zu machen oder besonders rauflustig zu sein) und ihre Anhänglichkeit an ihre Menschen machten sie schon damals zu einem wahren Begleithund.
"Rattler" um 1900
 
 
"Sofa-Wolf" im Jahre 2000
 
Die Rattenfängerprüfung

Die Eignung als Rattenfänger wurde nicht nur genutzt, sondern auch in Prüfungen getestet.
Und wie der Mensch halt nun mal so ist, wurden in irischen und englischen Pubs regelrechte Kämpfe veranstaltet,
bei denen ein Schnauzer auf einem Tisch soviele Ratten auf einmal erlegen mußte, wie er in kg wog.
Natürlich um horrende Wetteinsätze.

Doch auch bei uns gab es eben diese Prüfungen Hund contra Ratte.
In der Chronik des Pinscher-Schnauzer-Klubs (1985) wird der Ablauf einer solchen Rattenfängerprüfung geschildert:

"Der Verlauf von Rattenprüfungen ist ein sehr einfacher. Der Kampfplatz ist ein ovaler oder runder Tisch von etwa 5 - 9 qm.
Ein Drahtgeflecht von etwa 1 m Höhe umgibt denselben und gestattet dem Zuschauer, bequem alles zu übersehen.
Durch eine kleine Schiebetür werden der Hund und die Ratten eingelassen.
Wütend stürzt sich der Schnauzer auf die Ratten, die sich gewöhnlich an einer Stelle dicht zusammendrängen
oder zu entspringen versuchen.
Die Bewegungen des Hundes sind so schnell, das man sie kaum verfolgen kann.
Ist endlich auch der letzte Feind getötet, lässt sich der Hund nur ungern aus der Arena entfernen.

Manchmal kommt jedoch auch ein Feigling auf den Kampfplatz, was von den alten Ratten sofort erkannt wird.
Mit großer Kühnheit stürzen sie sich auf ihn, und man muß ihn schnell seinen Feinden entziehen,
um ihn nicht das Ende nehmen zu lassen, das er seinen Gegnern bereiten sollte..."

Auch heute noch werden in Amerika Rattenprüfungen durchgeführt. Sie finden allerdings im Freien statt.
Der Hund muß dabei Spuren verfolgen, Gänge aufstöbern und schließlich die Ratte finden.
 
Erste Ausstellungen und Gründung des PSK

Die erste Prämierung von rauhhaarigen Pinscher fand 1876 auf einer Rassehundeausstellung in Hamburg statt.
1888 wurden sie zusammen mit den Affenpinschern (sie haben einen Vorbiss und einen äffchenartigen Gesichtsausdruck) ausgestellt.
1900 bewertete man beide Rassen in Braunschweig getrennt,
was wohl dem Einfluß des 1895 von Josef Berta gegründeten Pinscher und Schnauzer-Klubs zu verdanken ist.
Der Klub kämpfte um die Reinzucht der noch bunten Schar der Zwerge.
 
Unter dem Link "Der Partyschnauzer " findet sich ein sehr interessanter Zeitzeugenbericht, in dem sich
unter anderen der Gründer des PSK; Herr Josef Berta ,
 sehr stark für die Weiterzucht der "Gescheckten Zwerge von Abagamba" einsetzt.
 
Tja - manchmal sind die Älteren
fortschrittlicher und weitsichtiger als die 'heutige Generation'...
Die Reinzucht

1924 wurden im ersten Zuchtbuch des PSK insgesamt 1505 Zwergschnauzer in den Farben schwarz und pfeffersalz verzeichnet.
Bald überholten die schwarzen die pfeffersalzfarbenen: 1964 wurden 1100 schwarze und 600 pfeffersalzfarbene Zwergschnauzer notiert.

Heute werden im Schnitt jährlich 1300 Zwerge eingetragen, davon sind die schwarzsilbernen mit rund 39%,
die schwarzen mit 35%, die pfeffersalzfarbigen mit 20% und die weißen mit 6% vertreten.
Wie man sieht, ist der Farbschlag schwarz-silber mittlerweile zahlenmäßig überlegen.
 
Nichts erinnert an den "Kampf",
den es bedurfte, um diese Farbvariante in Deutschland anerkannt werden zu lassen.

In den USA und Kanada wurde diese Farbe bereits 1938 offiziell annerkannt
und von dem Amerikanischen Kennel Club "Black and Silver" benannt.

In den sechziger Jahren nahm das Interesse an diesem Farbschlag auch in Europa zu.
Besonders Frau Frieda Steiger aus der Schweiz und Herr Peter Marx aus Deutschland
verhalfen der schwarzsilbernen Rarität durch ihre Zuchtleistungen schließlich auch zu der lang überfälligen Anerkennung.

Am 14.Mai 1976 wurde auf der Jahreshauptversammlung des PSK in Münster die Anerkennung des ZS ss beschlossen
und schon am 11.August wurden die ersten deutschen schwarzsilbernen Welpen geboren.

1977 wurden die ZS ss auch von der FCI anerkannt
und bekamen so das Recht auf die Anwartschaften für das internationale Schönheitschampionat (CACIB) zugesprochen.
 
Im Jahre 2011 verliebte sich die langjährige PSK-Züchterin Marianne Weigelt
in den Farbschlag "Schwarz/Silber-Party",
das sind schwarz-weiß gescheckte Schnauzer, die in Amerika seit der "Vertreibung" aus Deutschland
in den Dreißigern des 20ten Jahrhunderts weitergezüchtet wurden.
Sie flog insgesamt dreimal in die Staaten, um die Zuchtgrundlage dieses in Deutschland vergessenen
Farbschlages zu schaffen.
 
Leider wurde von Seiten des PSK's jegliche Möglichkeit der Registrierzucht unterbunden..
 
...so das Frau Weigelt zusammen mit ihrer langjährigen Züchterfreundin Frau  Monika Hörner 
nun gemeinsam diesen Zuchtverein gründete, um die "vergessenen Farben" in Deutschland wieder
zu etablieren...
 
 

Und es geschah zu der Zeit, als der PSK begann, Zuchtbuch zu führen, etwas ganz Besonderes!

Es fielen ganz vereinzelt aus Verpaarungen schwarzer Elterntiere weiß-schwarz gescheckte Nachkommen!

Diese Schecken-Schnauzer, auch Party-Schnauzer genannt

(von "Partiell"-teilweise- hergeleitet, nicht vom feuchtfröhlichen Beisammensein :-),
wurden anfangs in das Zuchtbuch aufgenommen. 

Alles Weitere dazu unter dem Link "Der Party-Schnauzer"!

 

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